Archiv für Tipps & Tricks – Beiträge

Gute IT-Services schlecht gemacht – Tod dem Präsentiermodus!

Open-Sales.IT Vertriebsthemen im Fokus

Inzwischen geben sich Unternehmen mit der Darstellung ihrer IT-Services auf ihren Webseiten richtig Mühe. Am schicken Design und ersten guten Ansätzen von direkter Kundenansprache zeigt sich der Vertriebs- und Marketing-Gedanke. Gut gemacht, auf den ersten Blick. Der zweite Blick verrät: Mühe allein genügt eben nicht…

„Wir“ – der Präsentiermodus als Todfeind des Kundeninteresses

„Wir bieten (gute Services)“, „wir liefern (hochwertige Software)“, „wir verfügen über … (Erfahrungen) – zählen Sie mal durch, wie oft Sie mit Ihren IT-Services und Kompetenzen „angeben“. Und dann schauen Sie mal, wie oft Sie derartige Formulierungen bei Ihren Wettbewerbern finden. Fällt Ihnen etwas auf? 1000 mal gelesen, nichts besonderes, totlangweilig. Dabei haben Sie doch etwas besonderes zu bieten!

Wenn Sie Glück haben oder gut waren und mit einer Frage begonnen haben, bricht der potenzielle Kunde nicht sofort ab, sondern erst nach wenigen Zeilen. Vielleicht surft er noch auf den Seiten herum. Aber wenn er nicht schnell die Antwort auf eine ihn wirklich auf den Nägel brennende Frage findet, ist er für Sie verloren, wenn Sie nicht anderweitig einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben.

Wie kommt’s?

Klartext: Der Kunde geht einfach davon aus, dass Sie die besten in Ihrem Job sind – oder ihn zumindest professionell beherrschen. Schließlich hat er Sie über gute Suchmaschinen-Optimierung, Empfehlung oder ähnliches gefunden und will sich auf Ihrer Webseite informieren. Sie erzählen ihm also etwas, was ohnehin er für selbstverständlich hält. Trivial, banal und enervieren.

Was dem potenziellen Kunden viel wichtiger ist: Haben Sie die Lösung, die ihm bei seinen aktuell brennensten Problem helfen kann? Oder lieferen Ihre IT-Services die Arbeitserleichterung, von der er seit langem träumt? Was nützt ihm Ihre Software-Entwicklung? – Ja, selbstverständlich! Aber warum schreiben Sie auf Ihrer Webseite nicht genau darüber: über den Kundennutzen, der überrascht und weckt Interesse

Die Abhilfe: Vom Präsentiermodus über Kundenansprache zum Kundennutzen

Der Start mit einer Frage ist super. Wenn Sie Ihre Wunschzielgruppe kennen, dann dürfte Ihnen die wichtigste Einstiegsfrage, die Sie dem Kunden quasi von den Augen ablesen, sehr einfach sein. Bei Unklarheiten über die Kundenzielgruppe sollten Sie sich externe Hilfe holen, aber gehen wir davon aus, dass Sie genau wissen, wer Ihre Produkte und Dienstleistungen tatsächlich dringen braucht.

Überlegen Sie, was Ihr Unternehmen und Ihr Portfolio von dem der Wettbewerber unterscheidet und warum es für den Kunden wirklich gut ist, was er davon hat, wenn er mit Ihnen ins Geschäft kommt. Und darüber schreiben Sie.

Ein Beispiel

Oft entdecken wir auf Webseiten die Floskel: „Wir haben XYZ Jahre Erfahrung in dem Bereich ABC…“ Das ist der Präsentiermodus. In der Kundennutzen-Sprache formuliert müsste es so lauten: „Mit unserer xyz Jahre währenden Erfahrung schützen wir Sie vor unerwarteten Risiken, die im Bereich ABC normaler Weise auftreten“. Damit signalisieren Sie: Sie wissen, worauf der Kunde Wert legt und gehen auf seine Wünsche ein.

Eine Arbeitshilfe

Es gibt eine ganze Reihe von Verben der „Nutzensprache“. „Helfen“, „unterstützen“ und „erleichtern“ sind echte Klassiker. Auch „verhindern (Risiko, Schäden)“, „(er)sparen (Zeit, Arbeit)“, „reduzieren (Aufwand)“ führen zu einer positiven Reaktion, wenn Ihre Kunden einem Thema gegenüber eher negativ eingenommen sind. Gehen Sie Ihre Texte einmal mit der „Kundennutzen-Brille“ durch und versuchen Sie, die „Wir“-Sätze mit den neuen Verben umzuformulieren.

Als Anregung und Arbeitshilfe können Sie sich die Kundennutzenmatrix“ herunterladen (frei nach einem Konzept von medienzauber.de), mit der einigen IT-Unternehmen schon auf die Sprünge geholfen wurde. Und falls Sie sich Unterstützung wünschen, weil es schneller gehen soll, Ihre guten Inhalte optimal an den Kunden zu bringen, sind wir für Sie da.

Open-IT Summit Vortragsthema Klassische Vertriebsfehler

LinuxTag - where .com meets .org

Mit dem Open-IT Summit gelang es uns erstmalig, auf einer offiziellen Open Source Veranstaltung das Vortragsthema „Vertriebsfehler“ einzuschmuggeln, indem wir uns auf „Klassische Startup-Krankheiten“ bezogen. Ein Schelm, der böses dabei denkt… schließlich sind Vertriebspanik, Marktfieber und Kundenallergien grundsätzlich ein Problem für ALLE IT-Unternehmen. Und damit ist es UNSER Thema.

Open-IT Summit 2013 in BerlinDie Vortragskonkurrenz auf dem Open-IT-Summit, welcher parallel zum Berliner LinuxTag unterm Funkturm stattfand, war hart: zwei Messen in zwei Hallen und neun gleichzeitig laufende Vorträge. Aber immerhin hatte ein gutes Dutzend Interessierte den Weg quer übers Messegelände in die Halle 6.3. ganz hinten gefunden. Und trotz angeschlagener Stimme und fehlendem Gehör der Referentin konnten die wesentlichen Botschaften an den Mann gebracht (Frauen waren ausser meiner Wenigkeit leider keine anwesend).

Vortragspräsentation zum Download

Präsentation OpenITSummit „Klassische Startup-Krankheiten“

Die Vortragsankündigung

„Wenn die Software/das Produkt fertig entwickelt ist, machen wir virales Online-Marketing, das hat bei XYZ auch super funktioniert.“ „Unser Produkt/unsere Entwicklung ist so einzigartig/absolut neu/perfekt konstruiert/besser als die Konkurrenz, das findet schon seinen Markt.“ „Wir haben alles in Open Source entwickelt, das ist gesellschaftlich/politisch/ideologisch/… das einzig Wahre/Korrekte/Richtige.“ 1000 mal gehört oder gelesen, wenn Startups oder etablierte IT-Unternehmen ein unbeliebtes Thema behandeln: Vertrieb. Das reicht ja auch, schliesslich weiss jeder, dass Kaufleute und ITler sich ohnehin nicht verstehen – oder? Und wenn der Kunde nicht anbeisst, der Markt nicht reagiert, war er einfach zu dumm. Im Kern durchaus richtig, aber wenig hilfreich, wenn Geld verdient werden muss. Der Vortrag räumt auf mit Vorurteilen zwischen (OSS-)Entwicklern, IT-Anwendern und Auftraggebern, denn letzlich geht es bei der Vermarktung mehr um „Vermitteln“ als um „Vertreiben“. Das eröffnet Spielräume, und wo Spielräume sind, gibt es Regeln und Strategien. Welche Strategien sich zu Erfolgsrezepten entwickeln können und was im Umgang mit Markt und Kunden beachtet werden sollte, wird in anschaulichen und praktischen Beispielen vorgestellt. Fragen und Diskussionen während des Vortrages sind unbedingt erwünscht.

 

Tipps für Open Source Marketing und Vertrieb

Open-Sales.IT Arbeitshilfen und Vertriebstipps

Open-Sales.IT gibt praktische Tipps für das passende Marketing und den praktischen Vertrieb von Open Source Projekten. Zum Beispiel für Werbemittel zum Selbermachen, man muss schließlich nicht alles Experten teuer einkaufen. Manchmal reichen ganz einfache Mittel, um positiv aufzufallen und neue Kunden zu gewinnen. Die Tipps, Tricks, Werkzeuge und Ideen, die wir hier präsentieren, sind auch für den Vertriebs-Laien schnell und leicht umsetzbar. Da fragt man sich dann natürlich:

Warum machen wir das?

Ganz einfach: wir sind „open“ im sales. Wir wollen Open Source Entwicklern zeigen, dass Vertrieb und Markting Spass machen können und dass man dafür manchmal auch kein BWL-Studium braucht. Kreativität und „Köpfchen“ – davon besitzen Open Source Programmierer jede Menge – auch in die vertrieblliche Arbeit investiert, ist schon die halbe Miete. Manchmal reicht dann nur noch ein kleiner Anstoss.

Open-Sales.IT hat grosses Interesse daran, Open Source auch in Sachen Vertrieb zu professionalisieren. Wir bingen unsere deshalb unsere Erfahrungen, Wissen, Infrastruktur, Netzwerke und Fähigkeiten ein. Sie passen zu 80 bis 90%, weil wir ein großes „Toolkit“ aufgebaut haben. Die letzten 10 bis 20% sind dank der Open Source Projekte auch neu für uns, aber wir werden auch diese Erfahrungen hier zeitnah einbringen. Wie in der Open Source Entwicklung fühlen wir uns auch verpflichtet, wieder etwas von unserem Wissen zurückzugeben und offen zu legen.

In unserem Marketing- und Vertriebstoolkit sind Werkzeuge enthalten, die jeder Mensch schnell lernen kann, ohne sich zum „Salesman/Saleswoman“ verbiegen zu müssen. Wir steigen immer da ein, wo Lücken sind, wo die Zeit oder Lust fehlt, sich zu kümmern. Und wer uns bei der Arbeit kennenlernt und beobachtet, kann ohnehin viel mitnehmen. Warum also sollten wir aus dem Rest ein Geheimnis machen.

Mitmachen!

An dieser Stelle sind alle aufgefordert, die sich von unserer Philosophie angesprochen fühlen und selbst mit der einen oder anderen Vertriebs- oder Marketing-Aktion mti ihrem Open Source Projekt erfolgreich waren. Wir freuen uns auf viele Anregungen, Ideen und Erfolgsstories.